G e s c h i c h t e

Vor 500 Jahren hielten in
Augsburg vor Weihnachten die
"Lebzelter" Markt.



Bald darauf bekamen sie so mächtig Streit
miteinander, dass dieser noch am
22. Dezember 1498
Thema einer Ratssitzung war.

Solche Streitigkeiten
(
Unstimmigkeiten bei der Budenbelegung )
wollte der Rat offenbar mit künftiger Verlosung
und der Festlegung, dass >fürhin< alle Stände
von der Stadt gestellt und gleich sein sollten,
aus der Welt schaffen.

Dieses belegt, dass es sich um einen
regelrechten Markt mit vielen Hütten gleicher
Größe handelte.




Die Weihnachtsmärkte, auch der von
Augsburg, blühten nach der Reformation
auf, weil Martin Luther neue Sitten ein-
geführt hatte. Unter anderen ließ er die
Kinder "
vom Heiligen Christkind"
und nicht mehr, wie es zudieser Zeit
Brauch war, am 6. Dezember von
St. Nikolaus oder am 11. November
von St. Martin beschenken.



So bürgerte sich bei den Evangelischen
die Bescherung am Heilig Abend ein.

Dadurch erweiterte sich das Sortiment
auf den Weihnachtsmärkten..

In der Barockzeit galt es als chic, Kindern
Puppen und Spielzeug aus Ton zu schenken,
aber auch Weihnachtskram und Leckereien
erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. So
fand auch dieses seinen Platz in den Buden
des Weihnachtsmarktes. Mitte des letzten Jahr-
hunderts waren plötzlich Basare sehr gefragt.
Vielleicht auch deshalb, weil sie meist in den
großen Sälen der Gasthäuser abgehalten
wurden und deshalb dem Besucher die Mög-
lichkeit gaben, sich ein wenig aufzuwärmen.

Auch der Augsburger Christkindlesmarkt
fand nicht immer vor dem Rathaus statt.
Er wanderte im Laufe der Zeit einmal
sogar bis in die Außenbezirke der Stadt.
Genaueres über die einzelnen Plätze, auf
welchen der Augsburger Christkindlesmarkt
schon überall stand, sind in der
Chronik vermerkt.




Rauhe Sitten in Augsburg 1538

1538 verbot der Rat den Brauch des

>Lebzeltenstreichens<.

Vergebens jedoch -
wie eine Schilderung um 1600 zeigt.

Am Tag der >Unschuldigen-Kindlein<
(28.12.) zogen die jungen Gesellen
mit Ruten umher und schlugen damit
den Jungfrauen auf die Waden oder
wie damals hieß >um den Lebkuchen<.
Das mit der Rute um die Waden streichen
sollte den Mädchen Glück bringen.
Dafür erwarteten dem Brauch zufolge
die Rutenschwinger einen Lebkuchen als
Geschenk. Auswüchse hatten 1538 offenbar
den Rat zum Verbot veranlasst.
Aber noch 1760/70 wird davon berichtet.
Es wurde also weiterhin den Jungfrauen um
den Lebkuchen gestrichen.






Chronik